Wir wollen zu Land ausfahren... |
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| - rund 30 Pfadfinder vom Dönberg im Alter von 12-32 Jahren erlebten für drei Wochen das wunderbare Kroatien - | ||
... heißt es zu Beginn eines gern gesungenen Volksliedes |
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| Und
ebenso gern begeben sich die Dönberger Pfadfinder (offiziell tragen
wir den Namen „Stamm Graf Luckner“) auf ihre alljährliche
Sommergroßfahrt in nähere und fernere Länder Europas. Angekommen teilt sich die große Gruppe der Reisenden in kleinere, eben genau so viele wie in ein Zelt hinein passen, auf, um dann das Land für gut zwei Wochen auf Wanderschaft zu erleben und ihre eigenen Wege zu gehen; hier entscheiden die Interessen der Einzelnen. Alles Notwendige an privatem Gepäck und Gruppenmaterial wie Zelt, Kochausrüstung, Erste-Hilfe und Lebensmittel werden dabei aufgeteilt und für die gesamte Zeit mit sich getragen. Den Abschluss bilden einige gemeinsame Tage an einem festen Ort zum großen Austausch des vielfältig Erlebten. So viel zum Ablauf. |
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Durch das ständige Unterwegssein lernt man eine Vielzahl an Orten, Landschaften, Mentalitäten, Kulturellem und allen voran Menschlichem kennen, wägen und schätzen. Gerade Letzteres bildet den größten Reichtum und Gewinn einer Auslandsfahrt. Sei es beim Besorgen von Wasser an Brunnen, Einkaufen auf dem Markt oder beim Erfragen eines Schlafplatzes beim Bauern; hier liessen sich seitenfüllend eine Menge von Anekdoten berichten. |
| Aus dem Fahren durch das Land wird ein hautnahes, lebendiges „Er-Fahren“; ein Sammeln großen Erfahrungsreichtums im Blick über den eigenen „Gewohnheitstellerrand“ und weit ab vom bloßen Abhaken besuchter Sehenswürdigkeiten. Dies aber nur vorweg zum Verständnis und zur Unterscheidung von anderen Arten von Urlauben. Soviel zum Zweck. | |
Diesmal sollte Kroatien unser Ziel sein: "Terra incognita" |
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| Als die Wahl auf Kroatien als diesjähriges Fahrtenziel fiel, standen wir vor einer größeren Herausforderung. Denn: es war noch niemand von uns selber oder auch von befreundeten Pfadfindergruppen dort, konnte über Besonderheiten berichten oder hatte Wandertipps parat. Terra incognita! Soweit allerdings nichts Ungewöhnliches, ungewöhnlicher jedoch: Die Zeiten der großen Jugoslawienurlaubswelle hatte niemand von uns mitgemacht. | ![]() |
| Kroatien kannten wir hauptsächlich wegen des Krieges |
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| Eher
im Gegenteil war in unseren Köpfen das Land hauptsächlich aus
den Berichterstattungen der Medien über den großen Jugoslawienkonflikt
1991-1999 präsent; leider! Hier lag also die Herausforderung ein nahes
und doch unbekanntes Land kennenzulernen und sich ein eigenes, lebendiges,
und vorweggenommen durchweg positives, Bild zu schaffen. Von überaus praktischer Hilfe und Unterstützung zeigte sich aber der Kontakt zur Dönberger Partnergemeinde in Petrovsko, den der Verein „Dönberg hilft“ herstellte. Auf diese Weise fand sich schon einmal ein einladender Ort in doppelter Hinsicht für die letzten gemeinsamen Tage im Land. Doch dazu später. |
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Der
große Reiz eine Kroatienreise zu unternehmen, liegt in der hervorstechenden
landschaftlichen Vielfalt des Landes und der daraus resultierenden Verschiedenartigkeit
der einzelnen Region; und das in einem vergleichsweise räumlich verdichteten
„Spielraum“. Im Norden des Landes erwarten den Besucher grüne Hügel und große Wälder durchzogen von wilden Bächen und Flüssen, die auch in der Bebauung einen alpenländischen Eindruck vermitteln. Nähert man sich der Küste, so gelangt man in den landdurchziehenden Gebirgszug des Dinara von bis zu knapp 2000 Metern Höhe, der einen kargeren, trockeneren Eindruck vermittelt (Jedermann/frau dürfte diese spektakuläre Kulisse aus „Winnetou“ – Filmen bekannt sein). |
| Landschaft erleben
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| Schließlich
erwartet den Gast des Landes an der Küste der Adria mediterranes
Flair und die unzähligen vorgelagerten Inseln laden zu Besuchen per
Boot ein. Man erkennt leicht, dass für jeden Geschmack und jeden
Wandergrad Routen und Ziele zu finden sind. Allen gleich ist jedoch die
stetige Verwöhnung durch eine (über-)freundliche Sonne und noch
viel mehr die stete Gastfreundschaft und Freundlichkeit der Bevölkerung;
im ländlichen Landesinneren jedoch spürbar deutlicher/ehrlicher
als im Badetouristen geprägten Küstenstreifen. Weitere Schilderungen
können nur allgemein bleiben. Soviel zum Überblick. |
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| Angerissen: Per Nachtzug in Zagreb angelangt, geht’s nach Umstieg in Richtung der Halbinsel Istrien im Nordwesten des Landes. Die einzelnen Gruppen verlassen allerdings an unterschiedlichen Stationen unter lautem „Alles Gute, vie Spaß und bis die Tage!“ den Zug. Die einen erwandern den grünen, ursprünglichen Norden im „Gorski Kotar Gebirge“, andere die Küste mit ihren Buchten, kleinen Ortschaften und Sehenswürdigkeiten wie das Colosseum von Pula und wieder andere durchqueren die Halbinsel Berg für Berg und Dorf für Dorf. Nach einer Woche sehen wir uns diesmal alle wieder. Verabredeter blinder Treffpunkt: mittags auf dem Marktplatz auf der größeren Insel Cres. Es klappt und bald darauf ist ein kleines Bötchen geliehen, mit dem wir in Passagen alle ein ruhiges Plätzchen mit „Privatstrand“ erreichen. Hier vergehen zwei Tage mit ausgiebigem gemeinsamen Erzählen, Schwimmen, Kochen und Singen. Es wird viel gelacht. Höhepunkt ist die feierliche Aufnahme eines neuen Pfadfinders in die Gemeinschaft durch die Verleihung des Pfadfinderhalstuches bei Fackelschein in der Felsenkulisse der Insel. |
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Danach trennen sich erneut unsere Wege. Die einen erkunden die benachbarte Insel Krk, andere folgen nach frischen Informationen der Vorgänger deren Wegen und eine Gruppe Älterer begibt sich auf große Schiffreise durch die kroatische Inselwelt von Rijeka im Norden bis kurz vor Dubrovnik im Süden des Landes. Schlussendlich und Tage später gibt es ein erneutes, großes Hallo in Zagreb für alle, um sich gemeinsam per Bus auf den Weg nach Krapina zu machen. Soviel zum ersten Einblick. |
| Man
empfängt uns wie alte Freunde
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Durch
im Vorfeld dankenswerterweise hergestellte Kontakte von Seiten „Dönberg
hilft“ in Persona von Herrn Josip Puh und Herrn Christof Aubke erwartet
uns und unsere Zelte im Dorf eine vom Bürgermeister bereitgestellte
Wiese direkt im „Zentrum“ des Ortes. Im Vergleich zum Dönberg
könnte man sagen, die Gemeindewiese an der Höhenstraße
wäre unsere Quartier gewesen. Schon auf dem Weg von Krapina zum benachbarten
und auf einem Hügel gelegenen Petrovsko treten die Bewohner an ihre
Fenster und beobachten neugierig und freundlich winkend die „komische“
Gruppe deutscher Pfadfinder. Schön, so empfangen zu werden! Im Dorf
selber hält unser immer überaus hilfsbereiter Ansprechpartner,
Zahnarzt Dr. Nenad Kukovacek, eine Überraschung für uns bereit.
In Absprache mit dem netten Bürgermeister wird uns der geräumige
Gemeindesaal zur Verfügung gestellt. Auch in den folgenden Tagen
ist dieser unser Quartier und er wird so in diesem Zeitraum zu einem großen
Schlafsack-Schlafsaal, Essens- und Gemeinschaftsraum in einem. Schön,
so empfangen zu werden! |
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Wir
fühlen uns wohl!
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Gegen
Mittag des nächsten Tages erhalten wir auch Besuch des Bürgermeisters,
der ein paar freundliche Worte findet, uns herzlich willkommen heißt
und uns als Mitbringsel bunte Postkarten des Ortes überreicht. Diese
sollen wir nach Hause/nach Dönberg senden und von hier berichten. Wir
leisten gerne Folge und bedanken uns für alles. Es ist nicht schwer,
gute Nachrichten von hier zu versenden. Noch einmal: Schön, so empfangen
zu werden! In den Tagen vor Ort erkunden wir in Spaziergängen die grüne Gegend rund um Petrovsko. Im gesamten Umfeld liegen viele einzelne Häuser und Bauernschaften an den Hängen verstreut. Es gibt viele Wälder und Wiesen. Im örtlichen Gasthaus erzählen uns die Bewohner einiges aus ihrem Leben und sind dabei sehr offen und herzlich. Wir fühlen uns wohl. |
| Fußball:
Wir bleiben Kroatien unterlegen...
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| In weiteren Kontakt zu unseren Gastgebern kommen wir während eines großen „Länderspieles“ gegen und mit den Schülern der Ortschule. Das macht allen Spaß und zeigt auch hier deutlich, warum Kroatien während der letzten Europameisterschaft besser als Deutschland abgeschnitten hat... | |
| Es gibt aber noch weiteren Besuch. Frau Dr. Ivanica Pecek, die überaus freundliche örtliche Ärztin, schaut mit Zahnarzt Dr. Kukovacek vorbei. Bei Kaffee und Keksen berichtet sie uns vom Dorf und der sehr schwierigen Lage der ärztlichen Versorgung vor Ort. Aber auch und gerne von der großen Hilfe, die sie vom Dönberg erfährt. Als Geste und wieder einmal dankenswerterweise von „Dönberg hilft“ vorbereitet, können wir ein Paket mit benötigten Utensilien für ihre Praxis überreichen. Ein schönes Gefühl! | ![]() |
| Den Abschluss der Tage bildet ein gemeinsamer Abend mit kroatischen Pfadfindern aus Krapina, die wir schon Tage zuvor kennengelernt haben. Es entsteht ein reger Austausch über Unterschiede und Gemeinsamkeiten in unser beider Gruppenleben, von Geschichten und Liedern. Man versteht sich und merkt in solchen Begegnungen immer wieder den großen gemeinsamen Nenner der weltweiten Pfadfinderei. | |
Ein
Gegenbesuch wird verabredet
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Kleiner/Großer Nebeneffekt: Im Jahr 2006 plant diese nette Gruppe eine Reise nach England. Gerne wollen sie in Dönberg Station machen. Das freut sie und das freut uns und deshalb haben wir nicht nur diverse Abzeichen ausgetauscht, sondern auch unsere Adressen. Der Kontakt steht und ist so wohl eines der schönsten Mitbringsel aus dem wunderbaren Kroatien! |
Text von Christian
Pletz |
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